Warum vollständige Unterlagen so wichtig sind
Vollständige Unterlagen helfen in mehreren Phasen des Verkaufs:
Bei der Ersteinschätzung
Eine persönliche Beratung wie der 7-Punkte-Verkaufscheck kann präziser sein, wenn die wichtigsten Informationen bereits vorliegen.
Bei der Vermarktung
Kaufinteressenten stellen konkrete Fragen zu Fläche, Zustand und Eigentumsangaben. Wer schnell und verlässlich antwortet, schafft Vertrauen.
Bei der Finanzierung
Die Hausbank des Käufers benötigt Unterlagen für die Hypotheksprüfung. Fehlende Dokumente verzögern diesen Schritt.
Beim Notariat
Für den Kaufvertrag sind bestimmte Eigentumsangaben zwingend notwendig. Je früher diese vorliegen, desto reibungsloser läuft der Abschluss.
Grundbuch und Eigentumsangaben
Der Grundbuchauszug ist eines der wichtigsten Dokumente beim Immobilienverkauf. Er zeigt, wer Eigentümer der Liegenschaft ist, ob Hypotheken eingetragen sind, ob Dienstbarkeiten wie Wegerechte oder Leitungsrechte bestehen, und ob weitere Belastungen vorhanden sind.
Ein aktueller Grundbuchauszug kann beim zuständigen Grundbuchamt des Kantons beantragt werden. In der Regel ist ein Auszug, der nicht älter als einige Monate ist, für Käufer und Banken ausreichend.
Liegt die Immobilie in Stockwerkeigentum, kommen weitere Dokumente hinzu: die Begründungsurkunde, das Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft sowie aktuelle Informationen zu Erneuerungsfonds und Jahresrechnung der Gemeinschaft. Diese Unterlagen sind für Kaufinteressenten wichtig, um die laufenden Kosten und die Situation der Gemeinschaft einschätzen zu können.
Pläne, Flächen und Objektangaben
Kaufinteressenten möchten sich ein konkretes Bild von der Immobilie machen – auch bevor sie eine Besichtigung vereinbaren. Klare Grundrisse und Flächenangaben erleichtern diesen Schritt erheblich.
- Grundrisse aller Stockwerke: Zeigen die Raumaufteilung und helfen, die Nutzbarkeit einzuschätzen.
- Situationsplan: Zeigt das Grundstück, seine Form, Ausdehnung und Lage in der Umgebung.
- Wohn- und Nutzfläche: Wichtig für Inserate und die Einschätzung. Klärung, wie die Fläche gemessen wurde (z. B. nach SIA oder NF).
- Baubewilligungen: Für Umbauten, Anbauten oder Nutzungsänderungen sollten Baubewilligungen vorhanden sein.
Gebäudeversicherung, amtliche Werte und Bewilligungen
Der Gebäudeversicherungsausweis enthält den amtlichen Gebäudewert und wichtige Angaben zum Gebäude. In vielen Kantonen, darunter Bern, werden Immobilien durch eine kantonale Gebäudeversicherung (GVB) erfasst. Dieser Ausweis gibt einen Eindruck vom versicherten Gebäudewert.
Wichtig: Der amtliche Gebäudewert entspricht in der Regel nicht dem Marktwert. Er dient als Referenzgrösse, sollte aber nicht direkt als Verkaufspreisgrundlage verwendet werden.
Sanierungen, Zustand, Energie und Heizung
Kaufinteressenten und deren finanzierende Banken möchten wissen, in welchem Zustand das Gebäude ist – und welche Investitionen in näherer Zukunft anfallen könnten.
- Heizungstyp und Baujahr der Heizung (Ölheizung, Wärmepumpe, Pellets etc.)
- Letzter Unterhalt oder Wartung der Heizungsanlage
- Zustand von Dach, Fassade und Fenstern
- Sanitäranlagen und Küche – wann zuletzt erneuert?
- Informationen zu durchgeführten Sanierungen der letzten 15–20 Jahre
- Rechnungen oder Belege zu grösseren Renovationsarbeiten (wenn vorhanden)
- Energieausweis (GEAK oder ähnliches), sofern vorhanden
Es muss nicht alles lückenlos belegt sein. Aber wer dokumentieren kann, was wann saniert wurde, schafft Vertrauen und vermindert Unsicherheiten bei der Preisverhandlung.